Risiken für Schmetterlinge und Co
NABU-Broschüre über Agrogentechnik und Naturschutz
14. Januar 2010 In den letzten 50 Jahren hat die Landwirtschaft vor allem das Ziel verfolgt, die Erträge zu steigern. Die Folgen für die Umwelt sind bekannt: ausgeräumte Landschaften, erodierte Böden und verarmte Flora und Fauna. Jetzt wollen die weltweit agierenden Agrochemiekonzerne Dow, Bayer, DuPont, Monsanto und Syngenta den Landwirten Europas transgene Sorten anbieten - allen voran herbizid- und schädlingsresistente Raps-, Mais, Soja-, Zuckerrüben- und Baumwollsorten. Gegenwärtig darf in der EU nur der Bt-Mais MON810 angebaut werden. 21 Anträge für den Anbau weiterer transgener Pflanzen befinden sich im Zulassungsverfahren. Mit diesen neuen Sorten - so die Werbung der Konzerne - soll der Einsatz von Agrochemikalien verringert und die Landwirtschaft somit nachhaltiger werden.
"Die ökologischen Folgen von genmanipulierten Pflanzen wie zum Beispiel Mais der Sorte MON 810 auf die Natur sind immer noch zu wenig erforscht und damit nicht absehbar", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der NABU fordert ein Anbauverbot von Genmais, solange die Risiken für Mensch und Natur ungeklärt sind, ein generelles Anbauverbot von Genpflanzen in Naturschutzgebieten sowie eine Abstandsregelung zu Schutzgebieten von mindestens 1000 Metern.
In dieser Borschüre werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Bt-Mais zusammengefasst, sowie die möglichen Folgen für Käfer, Schmetterlinge, Bienen und Wasserorganismen erörtert. Außerdem werden die bestehenden Forschungslücken aufgezeigt. Gefährlich ist dieses mangelnde Wissen zum Beispiel für Marienkäfer oder auch für Schmetterlinge, von denen viele europaweit auf der Roten Liste stehen. Weiterhin wird aus NABU-Sicht auch die Anwendung des Herbizids Glyphosat, das beim Anbau von Genmais oder -zuckerrübe verwendet wird, unterschätzt. "Glyphosat ist wahrscheinlich toxischer und beständiger als lange angenommen, auch für menschliche Zellen. Das würde auch erklären, warum in Argentinien, einem Land mit ausgedehntem Gensojaanbau, immer häufiger missgebildete und totgeborene Kinder auf die Welt kommen", so NABU-Gentechnikexpertin Steffi Ober.
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Broschüre Agrogentechnik & Naturschutz |
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So wird Agrarpolitik zukunftsfähig
NABU-Strategiepapier "Landwirtschaft und Umwelt"
8. Dezember 2009 - Die extensive Landnutzung hat in Deutschland über Jahrhunderte ein Mosaik von artenreichen Landschaftstypen geschaffen. Diese sind jedoch in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend in Bedrängnis geraten. Der Umbruch und die Intensivierung von Grünland, der anhaltende Nährstoffeintrag in unsere ässer, die Nutzungsintensivierung durch Bioenergie und der Verlust von Rückzugsräumen durch die Aufgabe der Flächenstilllegungen haben einen direkten Einfluss auf die Artenvielfalt unserer Kulturlandschaft, den Zustand der Böden und der Gewässersysteme.
Dabei hat die Politik im Zuge der Diskussion um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union Handlungsmöglichkeiten hier umzusteuern. Eine zukunftsfähige Agrarpolitik muss die gesellschaftlichen Leistungen einer multifunktionalen Landwirtschaft für die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt angemessen honorieren. In dem vom NABU erstellten Strategiepapier wird dargelegt, wie nach dem Prinzip "öffentliches Geld für öffentliche Leistung" ein Umsteuern in der Agrarförderung erreicht werden kann. Die Landwirtschaft verdient Unterstützung durch die Gesellschaft, doch muss diese an klar definierte Leistungen im Erhalt und Förderung der Umweltressourcen wie Boden, Wasser, Klima, Biodiversität und Landschaft gekoppelt werden.
Strategiepapier
Die Broschüre "Landwirtschaft und Umwelt - Anforderungen an eine zukunftsfähige Agrarpolitik" kann für eine Schutzgebühr von zwei Euro zuzüglich der Versandkosten beim NABU-Shop bestellt oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden.
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