Brennerei Ringenwalde
Auf Vorschlag der Unteren Naturschutzbehörde übernahm im Jahr 2003 der Regionalverband Strausberg-Märkische Schweiz e.V. die Gebäude und Flächen der ehemaligen Brennerei in Ringenwalde. Ausschlaggebend für das ehrenamtliche Engagement in dieser ehemaligen Gutshofanlage war das auf kleinster Fläche sich konzentrierende Vorkommen seltener und gefährdeter Vogel- und Fledermausarten.
Dringender Handlungsbedarf ergab sich aus dem baulichen Zustand der Gebäude. Nicht nur das der Dachstuhl auf einem Gebäudeteil fehlte, auch drohte der Schornstein von stattlichen 35 Meter Höhe einzustürzen. Damit wäre auch der Storchenhorst unwiederbringlich verloren gegangen. Durch das fehlende Dach auf dem Nebengebäude wurde das darunter liegende Mauerwerk den Wettergeschehnissen ausgesetzt. Darunter litt nicht nur das für diese Landschaft so prägende Feldsteinmauerwerk (in Ausführung eines Zyklopenmauerwerks), auch die gewölbten Kellerdecken nahmen zusehends Schaden. Das Kellergeschoß ist schon seit Jahren als wichtiges Winterquartier für verschiedene Fledermausarten bekannt. Daraus ergab sich auch die Absicht bei der Sanierung des Dachgeschosses eine Wochenstube für den Sommer einzurichten. Viel Aufwand für einen ehrenamtlich arbeitenden Verein.

Wie so oft im Leben war das größte Problem die benötigten finanziellen Mittel bereitzustellen. Hier erwies sich die Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde als sehr wichtig. Nach dem Erstellen eines Sanierungsplans und dem Abstecken der wichtigsten Ziele wurde ein Kostenvoranschlag eingeholt für die dringlichsten Baumaßnahmen. Aus Mitteln der verpflichtenden Ersatz- und Augleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft, konnten Gelder für dieses Projekt zur Verfügung gestellt werden. Diese reichten jedoch zunächst noch nicht einmal um den Schornstein und das Dach des westlichen Gebäudeteils zu sichern. Einige Anträge später konnte jedoch auch der Naturschutzfond Brandenburg als weiterer Partner für dieses Projekt gewonnen werden und unterstützte die Arbeit des NABU Regionalverbandes Strausberg-Märkische Schweiz e.V. bei diesem Projekt mit dem noch fehlenden Betrag. Jetzt konnte es losgehen!
Die gesamten Bauarbeiten erstreckten sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. Als erstes musste, auch aus versicherungstechnischen Gründen, der Schornstein gesichert werden. Leider konnte er nicht in seiner ursprünglichen Höhe erhalten werden. Aufgrund der Statik und des begrenzten Budgets war es notwendig ihn um 5 m zu kürzen. Nicht nur die am Bau beteiligten Handwerker fragten sich ob der Weißstorch als treuer Gast dieses Dorfes seinen Platz auch in den folgenden Jahren erneut einnehmen würde. Um ihm die Rückkehr attraktiv zu machen, wurde natürlich eine Nisthilfe auf dem Schornstein montiert. Vorher musste auf den Schornstein eine armierte Betonabdeckung aufgesetzt werden. Aber nicht nur an Adebar wurde gedacht. Im Zuge der Bauarbeiten konnten auch weitere Nisthilfen für Höhlen- und Halbhöhlenbrüter wie u.a. Turmfalken, Mauersegler oder Hausrotschwanz angebracht werden. Der zweite Schritt waren die Dacharbeiten am westlichen Gebäude (Sanierung, Beräumung, Ringanker, Dachstuhl und Deckung). Dadurch konnte der weitere Verfall gestoppt werden und den Fledermäusen ein neuer Unterschlupf für die Sommermonate geschaffen werden.

2008 wurden Arbeiten durchgeführt um den Schutt und Müll zu entfernen, der sich über Jahrzehnte im und am Gebäude angesammelt hatte. Dabei konnte ein beträchtlicher Berg ausgeräumt werden, jedoch ist auch dies nur der Anfang bei der Entsorgung. Weiteres Material an Schutt und Müll liegen immer noch auf dem Gelände und auch im Kellergeschoß. Es gibt also noch genug zu tun. Doch Schritt für Schritt verwandelt sich das Gebäude zu einem sehenswerten Kleinod. Dabei zeigt der NABU wie sich hier der Schutz heimischer Arten mit der Sicherung unseres kulturhistorischen Erbes verbinden lässt. Landschaftsprägende Elemente wie dieses für das Land Brandenburg typische Feldstein- und Ziegelsteinmauerwerk sind vielerorts dem Verfall preisgegeben und mussten in der Vergangenheit aus bautechnischen Gründen abgerissen werden. Eine wirtschaftliche Nutzung nach heutigen Maßstäben ist oft nicht möglich. Naturschutz und ehrenamtliches Engagement hat nicht nur an dieser Stelle den Erhalt der baulichen Substanz gesichert. Gleiches gilt auch für die Bemühungen des NABU Regionalverbandes Strausberg-Märkische Schweiz e.V. im Fledermausmuseum Julianenhof.
Doch trotz der schon vorzeigbaren Ergebnisse ist es bis zur endgültigen Fertigstellung noch ein weiter Weg. Wichtige Arbeiten die noch ausstehen fallen mit der Sicherung des westlichen Gebäudes zusammen. Auch hier muss zunächst ein Ringanker gemauert und anschließend das Dach aufgesetzt werden. Möchten Sie uns bei der Umsetzung solcher Projekte unterstützen, würden wir uns sehr freuen wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

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